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Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube, Carsten Knop, Berthold Kohler
Bei Bosch-Siemens-Hausgeräte in Nauen gehen in diesem Jahr 700000 vom Band. Bild: BSH
Moderne Waschmaschinen sind clever. Sie dosieren automatisch, waschen mit aktivem Sauerstoff, schäumen die Wäsche ein oder lassen sich mit dem Smartphone steuern. Nur eines können sie nicht.
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D er Waschmaschine fällt es schwer, sich zu verändern. Seit vielen Jahren steht sie im immer gleichen weißen Gewand mit wuchtigen eineinhalb Zentner bei Maßen von 60 × 60 × 85 Zentimeter standhaft in Küche oder Keller. Hinter dem Bullauge dreht sich die Wäsche. Links oben wird die Maschine mit pulverigem oder flüssigem Waschmittel gefüttert, vielleicht kommt noch Weichspüler hinzu. Mit Tasten oder Drehknöpfen befiehlt man ihr, ob sie Wollpullover, Jeans oder Handtücher mit 30, 40 oder mehr Grad reinigen soll.
So funktioniert das Wäschewaschen nach wie vor in den meisten Haushalten. Der Grund für den ewig gleichen Auftritt der Waschmaschine liegt vermutlich in der Genügsamkeit und finanziellen Zurückhaltung der Kunden, die sich mit diesen Grundfunktionen immer noch zufriedengeben und nicht in Premiumprodukte investieren, wie sie es vielleicht in anderen Lebensbereichen tun. Sie soll lange halten, wenig Energie verbrauchen, leise sein und die Wäsche sauber waschen. Dabei können Waschmaschinen heutzutage viel mehr.
Lange Zeit waren die üblichen Modifikationen nur Optimierungen der Grundfunktionen sowie die Senkung des Strom- und Wasserverbrauchs. So konnte etwa Bosch-Siemens Hausgeräte (BSH) in den vergangenen 15 Jahren bei ihren Maschinen im Durchschnitt den Stromverbrauch um 68 Prozent senken. Miele rechnet für die vergangenen zehn Jahre vor, dass es eine Energieersparnis von zirka 30 Prozent gab. Beim Wasser geht kaum noch was. Der Verbrauch von Bosch-Siemens-Maschinen sank in den vergangenen 15 Jahren gerade mal um 12 Prozent. Noch weniger Wasserverbrauch ist auch für Miele und andere technisch kaum machbar. Die Effizienz hat Grenzen. Für Waschmaschinen gilt nach wie vor als theoretischer Rahmen der Sinnersche Kreis, welcher die vier Parameter Laufzeit, Temperatur, Waschmittelmenge und Mechanik (Einfluss der Trommel) in Beziehung setzt. Reduziert man einen Parameter, geht zwangsweise mindestens ein anderer hoch. Wenn der Waschgang nicht so lange dauern soll, muss die Wäsche heißer gewaschen werden und die Trommel sich häufiger drehen.
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Gelegentlich spielt auch die Mode eine Rolle: So konnten viele Waschmaschinen einige Jahre lang mit bis zu 1800 Umdrehungen pro Minute schleudern. Mittlerweile wurde die maximale Schleuderleistung wieder auf 1400 Umdrehungen reduziert. Durchsetzen wiederum konnte sich der Trend zu höheren Füllmengen pro Waschvorgang. Jahrelang waren vier bis fünf Kilogramm der Standard, bald werden es acht bis neun sein. Bei einigen Ingenieuren stößt dies auf Unverständnis, weil diese Trommelgröße nur sinnvoll von Großfamilien genutzt werden kann. Wer Wäsche ordentlich trennt, weiß, wie lange es dauert, bis eine Ladung zusammenkommt. Den Herstellern dürfte dieser Trend jedoch nicht ungelegen kommen. Denn Maschinen mit großen Trommeln erreichen einfacher ein gutes Energielabel.
Wenn man an der Fertigungsstraße der Fabrik von Bosch-Siemens Hausgeräte im brandenburgischen Nauen flaniert, sind neue Funktionen der Maschinen kaum zu sehen. Die rund 700 000 Premiumprodukte, die hier in diesem Jahr vom Fließband laufen, bestehen im Innern im Wesentlichen aus einer Waschtrommel, die von einem Laugenbehälter umschlossen wird. Angetrieben wird die Trommel hinten von einem Elektromotor entweder über einen Keilriemen oder per Direktantrieb. Vorn wird sie verschlossen von einer runden Glastür, dem Bullauge. Der Laugenbehälter ist mit Stahlfedern fixiert, Gewichte sorgen dafür, dass die Vibrationen gering bleiben. Ein paar Schläuche für die Wasserzufuhr und das Abpumpen, dazu kommt die Elektronik. Die Maschinen sind nach wie vor meist weiß, 60 Zentimeter breit und 85 Zentimeter hoch. Pro Stunde entsteht eine Maschine.
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Wasch Maschinen so alles können
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